Klar, haben wir uns vorab den Film "Exit Marrakech" im Kino angesehen. Und plötzlich standen wir da, im frühlingshaften Marrakech im Januar.
Die Fahrt ins Hotel war hektisch, auf zweispurigen Strassen fuhren vier Autos und Pferdekutschen nebeneinander. Es wurde gehupt, jeder wollte zeigen, dass er der Stärkere ist und hier das Vorrecht hat...
Plötzlich stoppte unser Auto in einer Einbahnstrasse, die Koffer wurden ausgeladen und wir wurden zu Fuss in einem Labyrinth von Strässchen in unser Riad geführt.
Am nächsten Tag hat uns ein Reiseführer durch die Medina und den Palais Bahia geführt.
Wir haben Trockenfrüchte gekauft, den Apotheker mit ihren homöopathischen Mittelchen zugehört und von einer Terasse herab dem Markttreiben zugeschaut.
Die Teppiche wurden an der Sonne aufgehängt, damit die Farben etwas verbleichen.
In der Färbergasse hing bunte Wolle zum Trocknen.
Motorrad und Mopeds gab es ganz viele. Und oft fuhr darauf eine ganze Familie mit Vater, Mutter, Kind und Baby. Aber dieser Töff hier musste ich fotografieren. Es scheint, als wurde hinter dem Sattel abgeschnitten und ein Karren drangebaut.
Im Schmiede-Quartier haben wir handgemachte Nägel und wunderschöne Laternen gekauft. Die Bedinungen, in denen gearbeitet werden sind sehr eng. Auf kleinstem Raum wird geschweisst und geklopft und daneben auch noch verkauft.
Am letzten Abend assen wir im Cafe Arabe. Auch hier wieder ein schönes orientalisches Ambiente.
Diesen Teppich durfte ich wegen den schönen Farben fotografieren. Er erinnert mich so sehr an Gewürze wie Safran und Curry. Teppiche gab es übrigens drei Arten: Geknüpft, gewebt und gestickt und - gewebt, gestickt und geknüpft.
Ein Quiltmuster?
Das sind Dekoelemente im Bahia-Palast. Zuerst war eine Gipsfläche und danach hat der Künstler die Schnitzereien direkt an der Wand vorgenommen. (Von weitem könnte man meinen, dass es aus angemaltem Holz ist, das man einfach später montiert hat.)
Und hier ist schon das Ende der Reise auf dem Weg ins Flugzeug. Ganz hinten (ca. 50 km) entfernt sieht man das Atlas-Gebirge.
Wir waren vier Tage lang in einer anderen Welt. Hektisch mit all dem Verkehr und in der Medina mit den Mopeds und Karren und Eseln. Gemütlich, wenn man in einem kleinen engen Laden auf kleinen Hocker Platz nahm, um den Verkaufspreis zu verhandeln. Aber manchmal auch etwas mühsam, weil man sich nicht einig wurde. Das Feilschen will geübt sein. Schnell einig - da Fixpreise - wurden wir bei den Schals. Da konnte man auslesen und gleich bezahlen. Am Abend hatten wir uns einiges zu Erzählen und waren froh, um ein gemütliches Ambiente. Froh, wenn wir für eine kurze Zeit die Hektik draussen lassen konnten, bevor es zurück in unser Hotel ging. Die Leute dort waren sehr hilfsbereit und nett. Den Jungs auf den Strassen sollten wir skeptisch sein und sicher auftreten, hiess es. Obwohl wir uns schrecklich verlaufen haben - ein Stadtplan hatten wir zwar - fanden wir nach einigem Fragen wieder zurück. Als wir abreisen mussten, fanden wir es direkt ein bisschen schade, da wir gerade anfingen, uns in dieser Stadt zurecht zu finden. Wir haben nicht alles gesehen und uns eigentlich nur auf die Medina beschränkt. Aber wir reisen bestimmt wieder einmal nach Marrakech.
Wieder zu Hause durften die Schätze ausgepackt werden:
Kleine Behälter aus Metall und Glas, meistens mit einer Quaste dran.
Lampen, die wir direkt bei den Handwerkern gekauft haben.
Gefärbter Schal, Windlicht, Schale und Quasten als Schlüsselanhänger
Und ein Schal in rosa-lila-Tönen und Buchzeichen.
Als Flug-Handgepäck habe ich mir übrigens eine Weekender-Tasche genäht:
Die Anleitung bzw. die Masse habe ich von hier:
Ich habe mich nicht getraut, Segeltuch zu verwenden, da man so viele Lagen Stoff und Kunstleder zusammennähen muss. Ich werde bestimmt nochmals so eine Tasche nähen und vielleicht hier und da noch Änderungen vornehmen.